Koffeinhaltiger Tee - Sorten, Wirkung und Koffeingehalt

Antonie Jürgens .

3. Juli 2026

Vergleichstabelle: Koffeingehalt verschiedener Teesorten. Weißer Tee hat ca. 15-30 mg, grüner Tee ca. 20-40 mg, Oolong Tee ca. 30-50 mg, schwarzer Tee ca. 40-70 mg und Kaffee ca. 80-100 mg Koffein pro Tasse.
Eine Tasse Tee am Nachmittag kann angenehm beleben, ohne so kräftig zu wirken wie Kaffee. Ich zeige, welche koffeinhaltigen Teesorten es gibt, wie viel Koffein ungefähr in einer Tasse steckt, welche Inhaltsstoffe die Wirkung beeinflussen und wie sich die Stärke beim Aufgießen steuern lässt.

Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick

  • Schwarztee, Grüntee, Weißtee, Oolong und Pu-Erh enthalten von Natur aus Koffein.
  • Eine Tasse liefert je nach Sorte und Zubereitung meist etwa 15 bis 70 Milligramm Koffein.
  • Matcha wirkt oft stärker, weil das fein gemahlene Blatt vollständig mitgetrunken wird.
  • Teekoffein ist chemisch dasselbe wie Koffein aus Kaffee, wird aber häufig langsamer und gleichmäßiger wahrgenommen.
  • Für gesunde Erwachsene gelten bis zu 400 Milligramm Koffein pro Tag als unbedenkliche Orientierungsgröße.

Tabelle zeigt Koffeingehalt verschiedener Getränke. Schwarzer Tee enthält 20-50 mg Koffein pro Tasse.

Welche Tees enthalten Koffein?

Die klassische Teepflanze heißt Camellia sinensis. Aus ihren Blättern entstehen Schwarztee, Grüntee, Weißtee, Oolong und Pu-Erh. Sie unterscheiden sich vor allem durch Verarbeitung und Oxidation, nicht durch die Pflanzenart. Deshalb enthalten sie grundsätzlich Koffein, auch wenn Geschmack und Wirkung deutlich variieren.

Schwarztee

Sorten wie Assam, Ceylon, Darjeeling und English Breakfast gehören meist zu den kräftigeren Varianten. Ihr Aufguss schmeckt voll, malzig oder herb und passt für mich besonders gut zum Frühstück. Je nach Blattmenge und Ziehzeit sind 30 bis 60 Milligramm pro Tasse realistisch.

Grüntee und Weißtee

Grüntee wird nicht wie Schwarztee vollständig oxidiert. Sencha, Gunpowder und Gyokuro können trotzdem spürbar anregen, wobei gerade hochwertige japanische Tees nicht automatisch koffeinarm sind. Weißtee wirkt geschmacklich oft zarter, kann aber ebenfalls etwa 15 bis 40 Milligramm pro Tasse liefern.

Oolong und Pu-Erh

Oolong liegt bei der Verarbeitung zwischen Grün- und Schwarztee. Pu-Erh wird fermentiert und reift häufig über längere Zeit. Beide Sorten enthalten Koffein, meist im mittleren Bereich. Ich würde mich hier nicht allein auf die Farbe der Blätter verlassen, denn Sorte, Erntezeit und Blattqualität beeinflussen den Wert stärker als das Aussehen.

Matcha und Mate

Matcha ist ein Sonderfall. Beim normalen Aufguss trinkt man vor allem die löslichen Bestandteile, bei Matcha dagegen das komplette gemahlene Blatt. Eine Portion kann deshalb ungefähr 30 bis 70 Milligramm Koffein enthalten.

Mate stammt nicht von der Teepflanze, wird im Alltag aber oft als Tee bezeichnet. Der Aufguss aus den Blättern der Matepflanze enthält ebenfalls Koffein und kann je nach Zubereitung ähnlich anregend wie kräftiger Grüntee sein.

Rooibos, Früchtetee, Kamille, Pfefferminze und viele andere Kräutertees sind von Natur aus koffeinfrei. Bei Mischungen lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste, denn Guarana, Mate oder Kola können den Aufguss nachträglich anreichern.

Wie viel Koffein steckt in einer Tasse?

Eine exakte Zahl lässt sich bei Tee nur schwer nennen. Entscheidend sind unter anderem die verwendete Blattmenge, die Wassertemperatur, die Ziehzeit, die Größe der Tasse und der Aufguss selbst. Die folgende Tabelle bietet deshalb eine praktische Orientierung für etwa 200 bis 250 Milliliter.

Sorte Koffein pro Tasse Typischer Eindruck
Schwarztee 30 bis 60 mg Kräftig und anhaltend
Grüntee 20 bis 50 mg Klar und moderat anregend
Weißtee 15 bis 40 mg Fein, aber nicht immer schwach
Oolong 25 bis 55 mg Ausgewogen und aromatisch
Pu-Erh 20 bis 60 mg Erdig und je nach Aufguss kräftig
Matcha 30 bis 70 mg Direkter und oft intensiver
Rooibos und Kräutertee 0 mg Ohne natürliche Koffeinwirkung

Diese Werte sind keine Garantie für ein bestimmtes Produkt. Ein großer Becher mit viel Blattmaterial kann deutlich mehr Koffein enthalten als eine kleine Tasse mit kurzem Aufguss. Gerade bei Matcha und stark dosierten Teemischungen wird die übliche Tassenangabe schnell unterschätzt.

Zum Vergleich enthält eine Tasse Filterkaffee häufig ungefähr 80 bis 120 Milligramm Koffein. Tee ist also nicht grundsätzlich schwach, liegt pro Portion aber oft darunter. Das erklärt, warum mehrere Tassen über den Tag trotzdem eine relevante Menge ergeben können.

Wie wirkt Koffein aus Tee?

Koffein blockiert im Gehirn vorübergehend die Wirkung von Adenosin. Dieser körpereigene Botenstoff trägt dazu bei, dass wir müde werden. Das Ergebnis kann mehr Wachheit, Aufmerksamkeit und geistige Leistungsbereitschaft sein. Ich erlebe Tee dabei häufig als sanfteren Begleiter, wobei die individuelle Reaktion wichtiger ist als die Getränkekategorie.

Die oft beschriebene gleichmäßigere Wirkung hängt nicht nur vom Koffein ab. Tee enthält unter anderem L-Theanin, eine Aminosäure, die in Verbindung mit Koffein die Wahrnehmung von Aufmerksamkeit und Ruhe beeinflussen kann. Daraus sollte man aber kein Wunderversprechen ableiten. L-Theanin macht Koffein nicht unwirksam, und empfindliche Personen können auch auf Grüntee mit Nervosität oder Herzklopfen reagieren.

Die Wirkung setzt meist innerhalb von etwa 15 bis 45 Minuten ein und kann mehrere Stunden anhalten. Wie stark sie ausfällt, hängt vom Körpergewicht, der Gewöhnung, dem Schlaf, Medikamenten und der persönlichen Koffeinempfindlichkeit ab. Wer abends schlecht einschläft, sollte koffeinhaltige Tees nicht erst kurz vor dem Zubettgehen trinken.

Das BfR nennt für gesunde Erwachsene bis zu 400 Milligramm Koffein über den Tag verteilt als Menge, bei der normalerweise kein gesundheitliches Risiko zu erwarten ist. Als einzelne Portion gelten bis zu 200 Milligramm als unproblematische Orientierung. Diese Werte sind keine persönliche Freigabe, sondern allgemeine Richtwerte.

Welche Inhaltsstoffe machen Tee besonders?

Koffein ist der bekannteste, aber nicht der einzige relevante Stoff. Polyphenole, Gerbstoffe, Aminosäuren, Mineralstoffe und Aromastoffe prägen Geschmack und Mundgefühl. Ihre Mengen schwanken stark, weshalb ich pauschale Aussagen wie „Grüntee ist immer gesünder“ für zu grob halte.

Polyphenole und Catechine

Grüner Tee enthält nennenswerte Mengen an Catechinen. Das sind pflanzliche Polyphenole mit antioxidativen Eigenschaften. Schwarztee enthält ebenfalls Polyphenole, die sich durch die Oxidation während der Verarbeitung teilweise verändern. Für den Alltag bedeutet das vor allem unterschiedliche Aromen und nicht automatisch eine eindeutig bessere Sorte.

Gerbstoffe

Gerbstoffe, auch Tannine genannt, sorgen für die herbe, leicht trocknende Wirkung im Mund. Sie können außerdem die Aufnahme von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln beeinträchtigen. Wer zu Eisenmangel neigt, trinkt kräftigen Tee deshalb besser nicht direkt zu eisenreichen Mahlzeiten, sondern mit zeitlichem Abstand.

Lesen Sie auch: Matcha in der Stillzeit? Das solltest du zu Koffein wissen

L-Theanin und weitere Pflanzenstoffe

L-Theanin kommt besonders in Teeblättern vor und wird häufig mit einem konzentrierten, ruhigen Wachheitsgefühl in Verbindung gebracht. Daneben finden sich geringe Mengen an Mineralstoffen und weitere Alkaloide wie Theophyllin. Für die spürbare Wirkung bleibt jedoch meist das Zusammenspiel aus Koffein, Dosis und persönlicher Empfindlichkeit entscheidend.

Wie lässt sich die Stärke beim Aufgießen steuern?

Wer die anregende Wirkung dosieren möchte, kann vieles selbst beeinflussen. Mehr Blatt, heißeres Wasser und eine längere Ziehzeit führen im Allgemeinen zu einem stärkeren Aufguss. Ich ändere meist zuerst die Blattmenge, weil sich damit die Intensität besser kontrollieren lässt als mit extrem langen Ziehzeiten, die den Tee schnell bitter machen.

  • Schwarztee: etwa 90 bis 100 °C und 3 bis 5 Minuten Ziehzeit.
  • Grüntee: meist 60 bis 80 °C und 1,5 bis 3 Minuten.
  • Weißtee: ungefähr 75 bis 85 °C und 3 bis 5 Minuten.
  • Oolong: etwa 85 bis 95 °C, je nach Stil 2 bis 5 Minuten.
  • Matcha: mit 70 bis 80 °C heißem Wasser aufschlagen und vollständig trinken.

Ein verbreiteter Irrtum lautet, dass ein kurzer Aufguss das Koffein vollständig entfernt. Tatsächlich wird ein Teil früh gelöst, aber nicht das gesamte Koffein. Ein sehr kurzer erster Aufguss kann die Menge reduzieren, liefert aber keine verlässliche Koffeinfreiheit. Für weniger Koffein sind kürzere Ziehzeit, weniger Teeblätter oder eine koffeinfreie Sorte die klareren Lösungen.

Auch ein zweiter Aufguss ist nicht automatisch koffeinarm. Bei manchen hochwertigen Grüntees und Oolongs funktioniert er geschmacklich hervorragend, ein Teil der löslichen Stoffe ist aber bereits im ersten Aufguss gelandet. Das Ergebnis hängt stark vom Blatt und der ersten Ziehzeit ab.

Für wen sind koffeinhaltige Tees weniger geeignet?

Bei gesunden Erwachsenen sind moderate Mengen meist gut verträglich. Wer jedoch empfindlich reagiert, kann schon nach einer Tasse Unruhe, Zittern, Magenbeschwerden, Kopfschmerzen oder Einschlafprobleme bemerken. In diesem Fall zählt die eigene Reaktion mehr als ein allgemeiner Durchschnittswert.

Schwangere sollten die gesamte tägliche Koffeinmenge im Blick behalten. Als Orientierung gelten höchstens 200 Milligramm pro Tag, wobei Kaffee, Cola, Kakao, Energydrinks und Schokolade mitgerechnet werden. Kinder und Jugendliche reagieren oft empfindlicher; für sie ist eine individuelle Rücksprache mit Eltern oder medizinischem Fachpersonal sinnvoll.

Auch bestimmte Medikamente und gesundheitliche Beschwerden können die Verträglichkeit beeinflussen. Bei Herzrhythmusstörungen, ausgeprägter Angst, starkem Reflux oder anhaltenden Schlafproblemen würde ich die Menge nicht eigenständig hochsetzen, sondern ärztlichen Rat einholen.

Bei entkoffeiniertem Tee bleibt außerdem meist eine kleine Restmenge vorhanden. Wer Koffein vollständig vermeiden muss, greift besser zu Rooibos oder einem reinen Kräutertee und prüft bei aromatisierten Mischungen die Zutatenliste.

Die passende Tasse für jeden Tageszeitpunkt

Für den Morgen passt kräftiger Assam oder ein klassischer Frühstückstee. Am frühen Nachmittag finde ich einen Sencha, Oolong oder eine kleinere Portion Matcha angenehmer, weil sie aromatisch viel bieten, ohne zwingend so schwer zu wirken. Abends ist ein koffeinfreier Kräuter- oder Rooibostee die verlässlichere Wahl.

Mein wichtigster Rat lautet, nicht nur nach der Sorte zu entscheiden. Achte auf Tassengröße, Dosierung und Ziehzeit, denn diese drei Faktoren verändern die tatsächliche Koffeinmenge oft stärker als der Name auf der Packung. So lässt sich Tee mit Koffein gezielt genießen, ohne dass die anregende Wirkung zur unangenehmen Überraschung wird.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Schwarztee, Grüntee, Weißtee, Oolong und Pu-Erh enthalten von Natur aus Koffein. Pro Tasse sind je nach Sorte und Zubereitung etwa 15 bis 70 Milligramm möglich. Matcha liegt häufig im oberen Bereich, weil das gesamte gemahlene Blatt getrunken wird.
Eine Tasse Tee mit 200 bis 250 Millilitern liefert meist etwa 15 bis 70 Milligramm Koffein. Filterkaffee enthält im Vergleich häufig 80 bis 120 Milligramm pro Tasse. Blattmenge, Tassengröße, Wassertemperatur und Ziehzeit beeinflussen den tatsächlichen Wert deutlich.
Weniger Teeblätter und eine kürzere Ziehzeit reduzieren die Koffeinmenge, machen den Tee aber nicht vollständig koffeinfrei. Ein sehr kurzer erster Aufguss entfernt ebenfalls nicht das gesamte Koffein. Wer Koffein zuverlässig vermeiden möchte, greift zu Rooibos oder reinem Kräutertee.
Empfindliche Personen können bereits nach einer Tasse Unruhe, Herzklopfen, Magenbeschwerden oder Einschlafprobleme bemerken. Schwangere sollten insgesamt höchstens 200 Milligramm Koffein pro Tag einplanen und dabei auch Kaffee, Cola, Kakao, Energydrinks und Schokolade berücksichtigen. Bei Herzrhythmusstörungen, starkem Reflux, ausgeprägter Angst oder anhaltenden Schlafproblemen ist ärztlicher Rat sinnvoll.
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Autor Antonie Jürgens
Antonie Jürgens
Mein Name ist Antonie Jürgens und seit nunmehr 8 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Welt des Tees, erfrischenden Getränken und der Kunst der Mixologie. Was als persönliche Neugier begann, hat sich zu einer tiefen Leidenschaft entwickelt, die ich gerne mit Ihnen auf comebuypotsdam.de teile. Es fasziniert mich, die feinen Nuancen verschiedener Teesorten zu erkunden, die Geheimnisse hinter perfekten Erfrischungen zu lüften und die Kreativität in der Mixologie zu entdecken. Mein Ziel ist es, Ihnen fundierte Einblicke zu geben, komplexe Themen verständlich aufzubereiten und Ihnen dabei zu helfen, die Informationen zu finden, die Sie für Ihre eigenen Entdeckungen benötigen. Ich lege Wert darauf, stets aktuelle und verlässliche Inhalte zu liefern, die Ihnen Freude bereiten und Ihr Wissen erweitern.
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