Die wichtigsten Werte auf einen Blick
- Filterkaffee enthält pro Tasse meist mehr Koffein als ein Energy-Drink.
- Espresso ist pro 100 Milliliter besonders konzentriert, enthält pro Portion aber oft weniger als Kaffee.
- Energy-Drinks liefern in einer üblichen 250-Milliliter-Dose ungefähr 80 Milligramm Koffein.
- Schwarzer Tee liegt meist unter Kaffee, kann bei langer Ziehzeit aber deutlich kräftiger ausfallen.
- Für gesunde Erwachsene gelten bis zu 400 Milligramm pro Tag als unbedenklich, verteilt über den Tag.

Koffeingehalt im Vergleich nach Getränk und Portion
Die folgende Tabelle bezieht sich auf fertig zubereitete Getränke. Ich finde die Angabe pro Portion hilfreicher als reine Laborwerte pro 100 Milliliter, denn niemand trinkt normalerweise 100 Milliliter Filterkaffee oder 25 Milliliter Cola.
| Getränk | Koffein pro 100 ml | Typische Portion | Koffein pro Portion |
|---|---|---|---|
| Filterkaffee | 40-80 mg | 150 ml | 60-120 mg |
| Espresso | 100-140 mg | 25-30 ml | 25-42 mg |
| Instantkaffee | 30-50 mg | 150 ml | 45-75 mg |
| Schwarzer Tee | 15-30 mg | 200 ml | 30-60 mg |
| Grüner Tee | 10-25 mg | 200 ml | 20-50 mg |
| Club-Mate | 20 mg | 500 ml | 100 mg |
| Cola | 9-12 mg | 330 ml | 30-40 mg |
| Energy-Drink | 32 mg | 250 ml | 80 mg |
| Entkoffeinierter Kaffee | 1-3 mg | 150 ml | 2-5 mg |
Die Werte sind Richtwerte, keine festen Garantien. Eine große Café-Tasse mit 300 Millilitern kann deshalb bereits 120 bis 240 Milligramm Koffein enthalten. Ein kleiner Espresso wirkt auf der Zunge stärker, bringt absolut gesehen aber oft weniger Koffein mit.
Bei Energy-Drinks ist die Rechnung besonders einfach. Eine Dose mit 250 Millilitern enthält normalerweise etwa 80 Milligramm, eine 500-Milliliter-Dose rund 160 Milligramm. Cola schmeckt zwar süß und anregend, bleibt mit ungefähr 30 bis 40 Milligramm pro Dose deutlich darunter.
Warum die Werte so stark schwanken
Der Koffeingehalt beginnt schon bei der Bohne oder Teepflanze zu variieren. Kaffee aus Robusta-Bohnen enthält meist mehr Koffein als Arabica, während bei Tee die Sorte, das Blattmaterial und die Verarbeitung eine Rolle spielen. Die Röstung allein entscheidet nicht zuverlässig über die spätere Menge in der Tasse.
Zubereitung macht einen großen Unterschied
Beim Kaffee beeinflussen Wassermenge, Kontaktzeit und Mahlgrad, wie viel Koffein aus dem Kaffeemehl gelöst wird. Filterkaffee wird länger extrahiert als Espresso, doch Espresso verwendet deutlich weniger Wasser. Darum ist er konzentrierter, aber nicht automatisch koffeinreicher.Beim Tee steigt die gelöste Menge typischerweise mit längerer Ziehzeit und höherer Wassertemperatur. Ein kurz gezogener grüner Tee kann daher milder ausfallen als ein kräftig aufgebrühter schwarzer Tee. Wer den Koffeingehalt reduzieren möchte, kann eine kleinere Teemenge verwenden und kürzer ziehen lassen.
Die Portionsgröße wird oft unterschätzt
Der häufigste Fehler bei solchen Vergleichen ist der Blick auf 100 Milliliter. Ein Energy-Drink hat zwar ungefähr 32 Milligramm pro 100 Milliliter, eine große Dose oder Flasche bringt durch ihr Volumen trotzdem schnell mehr Koffein zusammen als ein kleiner Kaffee.
Auch Milch verändert den Koffeingehalt nicht. Ein Latte Macchiato enthält pro 100 Milliliter weniger Koffein, weil er stärker verdünnt ist. Entscheidend ist, wie viele Espressoportionen darin stecken, nicht wie viel Milch im Glas landet.
So wirkt Koffein im Körper
Koffein ist ein Stimulans des zentralen Nervensystems. Es blockiert im Gehirn vorübergehend die Wirkung von Adenosin, einem Botenstoff, der Müdigkeit fördert. Dadurch fühlen wir uns wacher, konzentrierter und manchmal auch leistungsbereiter.
Die Wirkung setzt bei vielen Menschen nach etwa 15 bis 30 Minuten ein und erreicht später ihren Höhepunkt. Wie lange sie anhält, hängt von Körpergewicht, Gewöhnung, Medikamenten, Schwangerschaft und individuellen Stoffwechselunterschieden ab. Ich merke bei mir besonders deutlich, dass dieselbe Tasse am späten Nachmittag stärker auf den Schlaf wirkt als am Morgen.
Koffein aus Kaffee, Tee, Cola oder einem Energy-Drink ist chemisch derselbe Wirkstoff. Unterschiede im Empfinden entstehen eher durch die Begleitstoffe, die Trinkgeschwindigkeit und die Portionsgröße. Tee wird von vielen Menschen als sanfter erlebt, was unter anderem an seiner Zusammensetzung und dem langsameren Trinken liegen kann.
Zu viel Koffein kann Nervosität, Herzklopfen, Unruhe, Magenbeschwerden, Kopfschmerzen oder Einschlafprobleme auslösen. Das BfR weist darauf hin, dass die persönliche Empfindlichkeit und die gesamte Tagesmenge entscheidend sind. Ein Getränk, das eine Person problemlos verträgt, kann bei einer anderen bereits Zittern oder innere Unruhe verursachen.Welche Menge im Alltag sinnvoll ist
Für gesunde Erwachsene gelten laut EFSA bis zu 400 Milligramm Koffein pro Tag, über den Tag verteilt, als unbedenklich. Als einzelne Dosis gelten bis zu 200 Milligramm als gesundheitlich unproblematisch. Das ist eine Orientierung für gesunde Erwachsene, kein persönliches Ziel und keine Empfehlung, diese Menge täglich auszuschöpfen.
In der Praxis können 400 Milligramm bereits mit drei bis vier großen Tassen Kaffee erreicht sein. Wer zusätzlich Tee, Cola, Schokolade, Mate oder koffeinhaltige Nahrungsergänzungsmittel konsumiert, sollte die Quellen gemeinsam betrachten. Besonders konzentrierte Pre-Workout-Produkte und Koffeinpulver machen eine genaue Dosierung schwieriger.
- Schlaf: Schon 100 Milligramm am späten Abend können die Schlafdauer oder Schlafqualität bei empfindlichen Personen beeinflussen.
- Schwangerschaft: Als Orientierung gelten höchstens 200 Milligramm Koffein pro Tag aus allen Quellen.
- Kinder und Jugendliche: EFSA nennt als Richtwert bis zu 3 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht.
- Empfindlichkeit: Bei Herzproblemen, Angststörungen oder bestimmten Medikamenten kann eine ärztliche Rücksprache sinnvoll sein.
Für meinen Alltag ist die Schlafgrenze wichtiger als ein abstraktes Tagesmaximum. Wer um 22 Uhr schlafen möchte, fährt meist besser damit, Kaffee und Energy-Drinks ab dem frühen Nachmittag deutlich zu reduzieren. Der Koffeingehalt allein sagt also nicht, ob ein Getränk gerade gut passt.
Welche Wahl zu welchem Anlass passt
Für konzentriertes Arbeiten
Eine Tasse Filterkaffee mit 60 bis 120 Milligramm liefert eine gut spürbare Menge. Ich würde lieber eine normale Portion bewusst trinken, statt über Stunden immer wieder kleine koffeinhaltige Getränke nachzulegen. So bleibt die Tagesmenge leichter kontrollierbar.
Für einen kurzen, intensiven Impuls
Espresso ist praktisch, wenn Geschmack und ein kleiner Trinkumfang wichtig sind. Mit ungefähr 25 bis 42 Milligramm pro Portion ist er weniger mächtig, als sein kräftiger Geschmack vermuten lässt. Ein doppelter Espresso kann allerdings bereits in die Nähe von 80 Milligramm kommen.
Für eine mildere Teepause
Grüner oder schwarzer Tee eignet sich gut, wenn ich langsamer trinken und die Koffeinmenge moderater halten möchte. Bei losem Tee kann ich die Stärke über Blattmenge und Ziehzeit steuern. Das macht Tee flexibler, als es die pauschale Aussage „Tee enthält weniger Koffein“ vermuten lässt.
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Für lange Veranstaltungen
Mate und Energy-Drinks wirken durch die große Verpackung oft harmloser, als sie sind. Eine 500-Milliliter-Flasche mit 100 bis 160 Milligramm Koffein ist schnell getrunken. Dazu kommen bei vielen Produkten viel Zucker oder Süßstoffe, was für die Gesamtbewertung des Getränks ebenfalls eine Rolle spielt.
Ein häufiger Denkfehler ist außerdem, Koffein mit Flüssigkeitszufuhr oder Energie gleichzusetzen. Koffein macht nicht automatisch leistungsfähig, wenn Schlaf, Essen oder Erholung fehlen. Es kann Müdigkeit vorübergehend überdecken, ersetzt die fehlende Regeneration aber nicht.
Mit einer einfachen Rechnung besser entscheiden
Für eine schnelle Einschätzung rechne ich immer mit der tatsächlichen Portion. Enthält ein Getränk 32 Milligramm pro 100 Milliliter und die Flasche fasst 500 Milliliter, ergibt das 160 Milligramm Koffein. Diese einfache Multiplikation verhindert, dass kleine Angaben auf dem Etikett täuschen.
Am zuverlässigsten sind die Herstellerangaben auf der Verpackung. Bei Tee und selbst gebrühtem Kaffee bleibt eine gewisse Schwankung normal. Wer empfindlich reagiert, startet am besten mit einer kleineren Portion und beobachtet nicht nur den Wachheitseffekt, sondern auch Schlaf, Herzklopfen und innere Unruhe.
Mein praktischer Maßstab lautet deshalb: Nicht das Getränk mit dem höchsten Wert gewinnt, sondern das, dessen Koffeinmenge zur Situation passt. Für den Morgen kann Kaffee sinnvoll sein, für den späten Nachmittag eher ein kurz gezogener Tee oder eine entkoffeinierte Variante.