Wie viel Koffein hat Tee? Sorten und Zubereitung im Vergleich

Tamara Ackermann .

19. August 2026

Fünf Schalen mit weißem Tee: Bai Hao Yin Zhen, Yin Zhen, Lao Bai Cha, Pai Mu Tan. Der tee koffeingehalt variiert je nach Sorte.

Eine Tasse Tee kann sanft beleben oder überraschend kräftig wirken. Ich zeige, wie viel Koffein in Schwarztee, Grüntee, Oolong, Matcha und koffeinfreien Sorten steckt, welche Inhaltsstoffe den Effekt beeinflussen und wie du die Stärke beim Aufbrühen selbst steuerst.

Die wichtigsten Werte auf einen Blick

  • Schwarztee enthält meist etwa 30 bis 70 mg Koffein pro Tasse.
  • Grüntee liegt häufig bei 20 bis 50 mg, kann je nach Sorte aber deutlich stärker ausfallen.
  • Matcha liefert oft mehr Koffein, weil das gesamte Teeblatt mitgetrunken wird.
  • Früchtetee, Rooibos und Kräutertee sind von Natur aus koffeinfrei, sofern keine koffeinhaltigen Zutaten zugesetzt wurden.
  • Ziehzeit, Wassertemperatur, Teemenge und Blattgrad verändern den Koffeingehalt der fertigen Tasse erheblich.

Vergleich des Koffeingehalts von Tee und Kaffee pro 8 oz Tasse: Kräutertee (kein Koffein), weißer Tee (~15g), grüner Tee (~25g), Oolong (~30g), Yerba Mate (~30g), Pu-Erh (~30g), schwarzer Tee (~50g), Kaffee (~100g).

Wie viel Koffein steckt in den wichtigsten Teesorten

Für eine normale Tasse rechne ich mit etwa 200 bis 250 Millilitern Aufguss. Die folgenden Werte sind deshalb gute Orientierungen, aber keine exakten Garantien. Herkunft, Erntezeit, Blattqualität und Zubereitung können den tatsächlichen Gehalt deutlich verändern.

Teesorte Koffein pro Tasse Typische Wirkung
Schwarztee 30-70 mg Deutlich anregend, oft kräftig und direkt
Grüntee 20-50 mg Wachmachend, meist etwas sanfter wahrgenommen
Weißer Tee 15-40 mg Leichter Geschmack, Wirkung stark sortenabhängig
Oolong 30-60 mg Zwischen Grün- und Schwarztee, je nach Verarbeitung
Matcha 35-70 mg pro Portion Intensiv, weil fein vermahlenes Blatt vollständig getrunken wird
Rooibos, Kräuter- und Früchtetee 0 mg Keine Koffeinwirkung
Mate-Aufguss 30-80 mg Spürbar anregend, abhängig von Menge und Aufgussart

Als brauchbarer Referenzwert gelten rund 50 mg Koffein in 220 Millilitern Schwarztee. Kaffee enthält pro üblicher Tasse meist mehr, doch ein sehr kräftig dosierter Tee kann durchaus in eine ähnliche Größenordnung kommen.

Die Farbe verrät dabei wenig. Ein heller Grüntee kann mehr Koffein enthalten als ein dunkler Schwarztee, wenn er aus jungen Blättern besteht und mit viel Blattmaterial aufgegossen wurde. Auch weißer Tee ist nicht automatisch koffeinarm, denn besonders Knospen und junge Blätter können relativ viel Koffein speichern.

Warum die Zubereitung oft wichtiger ist als der Name

Der auf der Packung genannte Teetyp ist nur ein Teil der Rechnung. Entscheidend ist, wie viel Tee auf wie viel Wasser kommt und wie lange die Blätter Kontakt mit dem Wasser haben. Zwei Tassen Earl Grey können deshalb spürbar unterschiedlich wirken, obwohl sie aus derselben Packung stammen.

Ziehzeit und Wassertemperatur

Mit längerer Ziehzeit lösen sich normalerweise mehr Inhaltsstoffe aus dem Blatt, darunter auch Koffein. Ein Schwarztee, der fünf Minuten zieht, ist meist stärker als derselbe Tee nach zwei Minuten. Bei Grüntee beeinflusst zusätzlich die Temperatur den Geschmack, denn zu heißes Wasser kann viele Bitterstoffe lösen.

  • Kurze Ziehzeit: meist weniger Koffein und ein leichterer Aufguss.
  • Lange Ziehzeit: kräftigerer Geschmack und häufig mehr gelöste Inhaltsstoffe.
  • Mehr Teemenge: der zuverlässigste Weg zu einem stärkeren Aufguss.
  • Kleine Blattstücke oder Teebeutelstaub: geben Inhaltsstoffe oft schneller ab als große ganze Blätter.

Die verbreitete Aussage, dass sehr kurzes Ziehen den Tee vollständig entkoffeiniert, stimmt nicht. Ein Teil des Koffeins geht früh in den Aufguss über, aber eine kurze Ziehzeit entfernt es nicht zuverlässig. Wer empfindlich reagiert, sollte deshalb lieber eine koffeinfreie Sorte wählen.

Teemenge und Aufgussgröße

Ein Beutel für eine große Kanne liefert nicht automatisch eine schwache Tasse. Wird er nur in 200 Millilitern Wasser verwendet, steigt die Konzentration deutlich. Ich halte mich im Alltag an die Packungsangabe und verdünne einen zu kräftigen Aufguss lieber mit Wasser, statt ihn bitter nachziehen zu lassen.

Welche Inhaltsstoffe die Wirkung mitbestimmen

Koffein ist der bekannteste Wirkstoff, aber Tee besteht aus mehr als einem Muntermacher. Je nach Sorte enthält der Aufguss unter anderem Polyphenole, Aminosäuren, Aromastoffe und Mineralstoffe. Ihre Mengen hängen von Pflanze, Verarbeitung und Zubereitung ab.

Koffein und L-Theanin

Das Koffein stimuliert das zentrale Nervensystem und kann Wachheit, Aufmerksamkeit und körperliche Leistungsfähigkeit steigern. Im Tee trifft es häufig auf L-Theanin, eine Aminosäure, die den Charakter der Wirkung mitprägen kann. Viele Menschen empfinden Tee deshalb als ruhiger und gleichmäßiger anregend als Kaffee, auch wenn die individuelle Reaktion stark variiert.

Historisch wurde das Koffein im Tee oft „Teein“ genannt. Chemisch handelt es sich jedoch um denselben Stoff. Der Unterschied im Erleben entsteht eher durch die geringere Dosis, die Trinkgeschwindigkeit und die Begleitstoffe des Tees.

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Polyphenole und Gerbstoffe

Grüner Tee enthält besonders viele Catechine, während sich bei schwarzem Tee durch die Oxidation unter anderem Theaflavine und Thearubigine bilden. Diese Stoffe prägen Farbe, Mundgefühl und Bitterkeit. Gerbstoffe können Koffein binden, wodurch die Wirkung von Tee oft langsamer und länger anhaltend wahrgenommen wird. Das ist aber kein verlässlicher Schutz vor Schlafproblemen.

Bei empfindlichem Magen kann ein sehr kräftiger, lange gezogener Tee unangenehm sein. Milch verändert den Geschmack und das Mundgefühl, senkt den Koffeingehalt aber nicht in einem relevanten Maß.

Welche Sorte passt zu welchem Alltag

Die beste Wahl hängt weniger vom Ruf einer Sorte ab als von der gewünschten Wirkung. Für den Start in den Tag darf es kräftiger sein, am späten Nachmittag ist ein koffeinfreier Aufguss oft die angenehmere Lösung.

Situation Geeignete Wahl Warum
Kräftiger Start in den Tag Assam, Ceylon oder kräftiger Frühstückstee Relativ hoher Koffeingehalt und vollmundiger Geschmack
Sanfte Konzentration Sencha, Gyokuro oder leichter Oolong Weniger aggressiver Eindruck, aber weiterhin anregend
Intensive, kleine Portion Matcha Das ganze Blatt wird aufgenommen, dadurch konzentrierter
Abends Rooibos, Kamille, Pfefferminze oder Früchtetee Von Natur aus koffeinfrei
Erfrischender Eistee Grüntee oder Schwarztee, schwächer dosiert Guter Geschmack ohne unnötig hohe Koffeinmenge

Bei entkoffeiniertem Tee bleibt meist ein kleiner Rest Koffein zurück. „Entkoffeiniert“ bedeutet also nicht zwingend vollständig koffeinfrei. Wer wirklich jedes Milligramm vermeiden möchte, greift zu Rooibos, Kräutertee oder Früchtetee und prüft bei Mischungen die Zutatenliste.

Wie viel Tee ist unproblematisch

Für gesunde Erwachsene gelten nach der Einschätzung der EFSA bis zu 400 mg Koffein über den Tag verteilt als gesundheitlich unbedenklich. Als einzelne Menge werden bis zu 200 mg genannt. Diese Werte beziehen sich auf alle Quellen zusammen, also auch auf Kaffee, Cola, Schokolade, Energy-Drinks und koffeinhaltige Nahrungsergänzungsmittel.

Vier Tassen mittelstarker Schwarztee liegen damit grob bei 160 bis 240 mg. Das ist für viele Menschen problemlos, aber nicht für alle angenehm. Schon etwa 100 mg Koffein am späten Abend können bei empfindlichen Personen den Schlaf beeinflussen.

Schwangere sollten die gesamte tägliche Aufnahme auf höchstens 200 mg Koffein begrenzen. Für Kinder und Jugendliche wird ein Richtwert von 3 mg pro Kilogramm Körpergewicht und Tag verwendet. Bei Herzrhythmusstörungen, Angststörungen, Schlafproblemen, bestimmten Medikamenten oder ausgeprägter Koffeinempfindlichkeit sollte die persönliche Grenze mit einer Ärztin oder einem Arzt besprochen werden.

Typische Zeichen für zu viel Koffein sind Nervosität, Zittern, Herzklopfen, Unruhe, Magenbeschwerden und Einschlafprobleme. In meinem Alltag ist der Schlaf der ehrlichste Indikator: Wenn eine Tasse am Nachmittag regelmäßig die Nacht verschiebt, ist sie für diese Tageszeit schlicht zu stark, auch wenn die allgemeine Höchstmenge noch nicht erreicht ist.

Die richtige Tasse für deine gewünschte Wirkung

Für eine belebende Tasse eignen sich Schwarztee, Oolong oder Matcha. Dosiere zunächst moderat und passe die Stärke über die Teemenge an. So erhältst du mehr Kontrolle als durch endloses Nachziehen, das den Aufguss vor allem bitter macht.

Wenn du Koffein reduzieren möchtest, trinke koffeinhaltigen Tee eher vormittags, wähle eine kleinere Portion und achte auf weitere Quellen am selben Tag. Für den Abend sind Rooibos, Kräutertee und Früchtetee die verlässlichste Wahl, weil ihre Wirkung nicht von einer versteckten Koffeinmenge abhängt.

Der Koffeingehalt von Tee ist damit keine feste Eigenschaft einer Sorte, sondern das Ergebnis aus Blatt, Dosierung und Brühweise. Wer diese drei Faktoren kennt, kann Genuss, Geschmack und Wachheit sehr viel genauer auf den eigenen Alltag abstimmen.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Matcha enthält oft 35 bis 70 mg pro Portion, weil das gesamte fein vermahlene Teeblatt getrunken wird. Mate-Aufguss kann mit 30 bis 80 mg ebenfalls sehr kräftig ausfallen. Schwarztee liegt meist bei 30 bis 70 mg pro 200 bis 250 Milliliter.
Mehr Teemenge, längere Ziehzeit und kleinere Blattstücke führen meist zu einem stärkeren Aufguss mit mehr gelösten Inhaltsstoffen. Für mehr Kontrolle ist eine moderate Dosierung sinnvoller als sehr langes Ziehen, da der Tee dadurch vor allem bitter wird.
Nein. Grüntee enthält häufig 20 bis 50 mg Koffein, kann je nach Sorte und Blattmenge aber deutlich stärker sein. Weißer Tee liegt meist bei 15 bis 40 mg; junge Blätter und Knospen können relativ viel Koffein speichern.
Rooibos, Kräutertee und Früchtetee sind von Natur aus koffeinfrei, sofern keine koffeinhaltigen Zutaten zugesetzt wurden. Entkoffeinierter Tee kann dagegen einen kleinen Koffeinrest enthalten und ist deshalb nicht vollständig koffeinfrei.
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Autor Tamara Ackermann
Tamara Ackermann
Ich bin Tamara Ackermann und beschäftige mich seit 15 Jahren intensiv mit der faszinierenden Welt des Tees, erfrischenden Getränken und der Kunst der Mixologie. Meine Reise in diese Bereiche begann aus einer tiefen Neugier heraus, wie aus einfachen Zutaten komplexe und genussvolle Geschmackserlebnisse entstehen können. Auf comebuypotsdam.de teile ich mein Wissen und meine Begeisterung, indem ich Ihnen helfe, die Nuancen verschiedener Teesorten zu verstehen, kreative Erfrischungen zu kreieren oder die Geheimnisse hinter spannenden Cocktails zu entschlüsseln. Dabei lege ich Wert darauf, fundierte Informationen verständlich aufzubereiten, aktuelle Trends zu beleuchten und Ihnen stets zuverlässige und nützliche Einblicke zu geben, damit Sie Ihre eigenen Genussmomente bereichern können.
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