Die zweite Tasse Kaffee wirkt plötzlich stärker als erwartet, während grüner Tee oft deutlich sanfter ausfällt. Diese Koffein-Tabelle zeigt dir die üblichen Mengen in Kaffee, Tee, Energy-Drinks, Cola und Schokolade und erklärt, wie das Stimulans wirkt, welche Inhaltsstoffe eine Rolle spielen und wie du deinen Tageskonsum realistisch einschätzt.
Die wichtigsten Koffeinwerte für eine schnelle Orientierung
- Filterkaffee: etwa 90 mg pro Tasse mit 200 ml.
- Espresso: ungefähr 80 mg pro Portion mit 60 ml.
- Schwarzer Tee: rund 45 mg pro Becher mit 200 ml.
- Energy-Drink: meist 80 mg pro Dose mit 250 ml.
- Gesunde Erwachsene: bis zu 400 mg über den Tag verteilt gelten als unbedenkliche Orientierung.

Wie viel Koffein steckt in Kaffee, Tee und Co.
Die folgende Übersicht bezieht sich auf typische Portionsgrößen. Ich nutze bewusst Näherungswerte, denn Sorte, Zubereitung, Ziehzeit und Produktgröße können den tatsächlichen Gehalt deutlich verändern.
| Lebensmittel oder Getränk | Übliche Portion | Koffeinmenge |
|---|---|---|
| Filterkaffee | 1 Tasse, 200 ml | ca. 90 mg |
| Espresso | 1 Tasse, 60 ml | ca. 80 mg |
| Energy-Drink | 1 Dose, 250 ml | ca. 80 mg |
| Schwarzer Tee | 1 Becher, 200 ml | ca. 45 mg |
| Grüner Tee | 1 Becher, 200 ml | ca. 30 mg |
| Cola-Getränk | 1 Dose, 330 ml | ca. 35 mg |
| Kakao-Getränk | 1 Tasse, 200 ml | 8 bis 35 mg |
| Zartbitterschokolade | 50 g | ca. 25 mg |
| Vollmilchschokolade | 50 g | ca. 10 mg |
Der Vergleich zeigt einen typischen Denkfehler. Espresso schmeckt kräftiger und enthält pro Milliliter mehr Koffein, liefert in der kleinen Portion aber ungefähr genauso viel wie eine Tasse Filterkaffee. Bei Kaffee und Energy-Drinks entscheidet deshalb nicht nur die Konzentration, sondern vor allem die tatsächliche Trinkmenge.
Warum die Werte innerhalb einer Sorte schwanken
Eine Kaffeetasse ist keine feste Maßeinheit. Eine kleine Tasse enthält vielleicht 125 ml, ein großer Becher aus dem Café dagegen 350 ml oder mehr. Bei gleicher Rezeptur kann die Koffeinmenge dadurch grob auf das Eineinhalb- bis Zweifache steigen.
Zubereitung macht einen großen Unterschied
Beim Kaffee beeinflussen Bohnenart, Mahlgrad, Kaffeemenge und Kontaktzeit das Ergebnis. Ein langer Filterkaffee kann mehr Koffein enthalten als ein kurzer, intensiver Espresso, obwohl der Espresso geschmacklich stärker wirkt. Auch Cold Brew ist nicht automatisch milder, weil er oft mit einem höheren Kaffee-Wasser-Verhältnis angesetzt wird.
Beim Tee spielt die Ziehzeit eine besonders sichtbare Rolle. Je länger die Blätter im heißen Wasser bleiben, desto mehr Koffein und Gerbstoffe gehen in den Aufguss über. Ich achte deshalb bei empfindlichen Personen eher auf kürzere Ziehzeiten und eine kleinere Portion, statt pauschal jede Teesorte zu meiden.
Inhaltsstoffe sind nicht überall gleich
Koffein ist ein natürlich vorkommendes Alkaloid, das Pflanzen unter anderem als Schutzstoff bilden. Kaffee enthält zusätzlich aromatische Verbindungen und Chlorogensäuren, Tee liefert Polyphenole und L-Theanin, während Kakao neben Koffein auch Theobromin enthält. Diese Begleitstoffe verändern Geschmack und Wahrnehmung, machen Koffein aber nicht grundsätzlich unwirksam.
Energy-Drinks enthalten meist Koffein, Zucker oder Süßungsmittel sowie je nach Produkt Taurin, Inosit und Glucuronolacton. Der gesetzliche Höchstwert für Koffein in solchen Getränken liegt in Deutschland bei 320 mg pro Liter. Eine 250-ml-Dose kommt bei diesem Wert auf 80 mg.
So wirkt Koffein im Körper
Koffein blockiert hauptsächlich sogenannte Adenosin-Rezeptoren. Adenosin ist ein Botenstoff, der im Tagesverlauf Müdigkeit fördert. Wird seine Wirkung vorübergehend abgeschwächt, fühlen wir uns wacher, aufmerksamer und oft auch leistungsbereiter.
Die Wirkung hängt stark von Gewöhnung, Körpergewicht, Schlaf, Medikamenten und individueller Empfindlichkeit ab. Manche Menschen merken bereits nach einer Tasse Herzklopfen oder Unruhe, andere trinken am Abend Kaffee und schlafen trotzdem problemlos. Für mich ist deshalb die eigene Reaktion ein wichtigerer Maßstab als die Zahl der Tassen.
Wachheit ist nicht dasselbe wie Erholung
Koffein kann Müdigkeit verdecken, ersetzt aber keinen Schlaf. Besonders tückisch ist der Konsum am späten Nachmittag oder Abend: Schon 100 mg nahe der Schlafenszeit können bei manchen Erwachsenen Schlafdauer und Schlafqualität beeinflussen.
Wer schlecht schläft, sollte daher nicht nur den Morgenkaffee prüfen. Auch schwarzer Tee, Cola, Schokolade, Pre-Workout-Produkte und koffeinhaltige Schmerzmittel können zur Tagesbilanz beitragen. Häufig bringt es mehr, die letzte Koffeinquelle einige Stunden vor dem Zubettgehen wegzulassen, als die morgendliche Tasse drastisch zu verkleinern.
Wie viel Koffein ist unbedenklich
Für gesunde Erwachsene gelten nach der Orientierung von EFSA und BfR bis zu 400 mg Koffein pro Tag, verteilt über den Tag, als gesundheitlich unbedenklich. Als einzelne Menge gelten bis zu 200 mg als unbedenkliche Orientierung. Das ist kein Pflichtwert und auch keine Empfehlung, möglichst viel Koffein zu trinken.
Eine einfache Rechnung macht die Größenordnung greifbar. Zwei Tassen Filterkaffee liefern ungefähr 180 mg, dazu ein schwarzer Tee etwa 45 mg und eine Dose Cola rund 35 mg. Zusammen sind das etwa 260 mg, bevor Schokolade oder weitere Getränke dazukommen.
Schwangerschaft, Stillzeit und Jugend
In der Schwangerschaft wird eine Obergrenze von 200 mg pro Tag aus allen Quellen empfohlen. Dabei zählt nicht nur Kaffee, sondern auch Tee, Kakao, Cola, Schokolade und Nahrungsergänzungsmittel. Während der Stillzeit ist ebenfalls Zurückhaltung sinnvoll, besonders wenn das Baby ungewöhnlich unruhig reagiert.
Für Kinder und Jugendliche dient eine Orientierung von etwa 3 mg pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Bei einem Gewicht von 40 kg wären das rechnerisch 120 mg. Energy-Drinks sind für Kinder, Schwangere und Stillende nicht empfohlen, was in Deutschland auf entsprechend koffeinhaltigen Getränken gekennzeichnet werden muss.
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Wann weniger sinnvoll ist
Bei Herzrhythmusstörungen, Angstzuständen, starkem Reflux, Schlafproblemen oder einer erhöhten Koffeinempfindlichkeit kann schon deutlich weniger Beschwerden auslösen. Wer regelmäßig Herzrasen, Zittern, Schwindel oder starke Unruhe bemerkt, sollte die Aufnahme reduzieren und Beschwerden ärztlich abklären lassen.
Besonders vorsichtig bin ich bei reinem Koffeinpulver. Kleine Messfehler können hier zu sehr hohen Dosen führen. Getränke und Lebensmittel lassen sich wesentlich leichter einschätzen, weil die Menge bereits portioniert ist.
So liest du Etiketten richtig und planst deinen Tag
Der wichtigste Blick auf der Verpackung gilt der Angabe in Milligramm. Manche Hersteller nennen den Wert pro 100 ml, andere pro Dose oder Portion. Bei einer 500-ml-Dose mit 32 mg pro 100 ml ergibt sich nicht 32 mg, sondern 160 mg Koffein.
- Notiere die Größe der Portion, nicht nur den Produktnamen.
- Multipliziere Angaben pro 100 ml mit der tatsächlich getrunkenen Menge.
- Addiere Kaffee, Tee, Cola, Energy-Drinks, Schokolade und Supplemente.
- Behalte besonders die letzte Koffeinquelle des Tages im Blick.
Bei Energy-Drinks kommt oft noch viel Zucker hinzu, bei Kaffee eher Milch und Zucker. Diese Zutaten verändern zwar die Kalorienmenge, nicht aber den Koffeingehalt. Auch die Kombination mit Alkohol ist keine gute Strategie, weil Koffein Müdigkeit überdecken kann, ohne die Beeinträchtigung durch Alkohol aufzuheben.
Für einen normalen Arbeitstag finde ich eine einfache Verteilung praktikabel. Eine Tasse Kaffee am Vormittag, bei Bedarf ein Tee am frühen Nachmittag und danach möglichst keine größere Dosis. Wer empfindlich reagiert, fährt mit kleineren Portionen und längeren Abständen meist besser als mit einer einzigen sehr starken Mischung.
Die passende Koffeinmenge entscheidet sich an der Portion
Die Zahlen aus der Tabelle sind gute Startpunkte, aber keine exakten Laborwerte für jede Tasse. Entscheidend sind Volumen, Zubereitung und die Summe aller Quellen. Wer diese drei Faktoren im Blick behält, kann Kaffee, Tee und gelegentliche Energy-Drinks genießen, ohne den eigenen Schlaf oder das Wohlbefinden aus den Augen zu verlieren.
Meine praktische Faustregel lautet deshalb: nicht nach Tassen zählen, sondern Milligramm und Uhrzeit prüfen. So bleibt Koffein ein nützlicher Genussstoff und wird nicht unbemerkt zum täglichen Stressfaktor.