Tee-Blattgrade verstehen - OP, BOP, Fannings und Dust

Antonie Jürgens .

20. August 2026

Sechs Gläser mit verschiedenen blattgrad tee Sorten: Kamille, schwarzer Tee, grüner Tee, Rooibos und Kräutermischungen.

Auf einer Teepackung stehen oft Kürzel wie OP, BOP oder Fannings, doch ihre Bedeutung bleibt selbst erfahrenen Teetrinkern nicht immer klar. Ich zeige, wie Blattgrade bei Tee entstehen, was Blatt-Tee, Broken, Fannings und Dust unterscheidet und welche Hinweise die Bezeichnungen für Geschmack, Ziehzeit und Zubereitung geben. Dabei kläre ich auch einen verbreiteten Irrtum: Ein kleineres Blatt ist nicht automatisch ein schlechteres Blatt.

Die Blattgröße beeinflusst den Aufguss, aber nicht allein die Qualität

  • Blattgrad beschreibt vor allem Größe und Form der verarbeiteten Teeblätter.
  • Blatt-Tee zieht langsamer und oft feiner, während Broken, Fannings und Dust schneller Farbe und Aroma abgeben.
  • OP, BOP und FTGFOP sind traditionelle Kürzel, die zusätzlich auf Blattstruktur, Blattspitzen und Verarbeitung hinweisen können.
  • Fannings und Dust eignen sich besonders für Teebeutel, sind aber nicht grundsätzlich minderwertig.
  • Anbaugebiet, Erntezeit und Verarbeitung beeinflussen den Geschmack meist stärker als die Blattgröße allein.

Vier Arten von weißem Tee: Baihao Yinzhen, Baimudan, Gongmei und Shoumei. Jede Sorte wird mit getrockneten Blättern, aufgebrühtem Tee und einer Nahaufnahme der Blätter dargestellt. Ein Leitfaden für blattgrad tee.

Was Blattgrade beim Tee tatsächlich beschreiben

Blattgrade sind eine Einteilung der getrockneten Teeblätter nach ihrer Größe, Form und Verarbeitung. Sie entstehen nach dem Rollen, Brechen und Sieben der Blätter. Besonders häufig begegnen sie bei schwarzem Tee aus Indien, Sri Lanka, Afrika und Indonesien.

Der Begriff klingt nach einer Qualitätsnote, ist aber zunächst eine Beschreibung des Blattguts. Ein hochwertiger Darjeeling mit feinen Fannings kann aromatischer sein als ein einfacher Blatt-Tee aus einer anderen Herkunft. Ich sehe die Sortierung deshalb eher als Hinweis auf das Verhalten in der Tasse und nicht als endgültiges Urteil über den Tee.

Bei der orthodoxen Herstellung werden die Blätter vergleichsweise schonend gerollt. Dabei bleiben ganze Blätter oder größere Stücke erhalten. Beim CTC-Verfahren, kurz für „Crush, Tear, Curl“, werden die Blätter zerquetscht, zerrissen und zu kleinen Kügelchen gerollt. Das ergibt meist sehr kräftige Sortierungen wie BOP, Fannings oder Dust.

Von Blatt-Tee bis Dust reichen die wichtigsten Sortierungen

Die vier Grundgruppen lassen sich leicht unterscheiden. Je kleiner die Teilchen sind, desto größer ist ihre Oberfläche im Verhältnis zum Volumen. Dadurch gelangen Farbe, Koffein und lösliche Aromastoffe meist schneller ins Wasser.

Blattgrad Beschaffenheit Typischer Aufguss Geeignet für
Blatt-Tee Ganze oder nahezu ganze Blätter Langsamer, oft klarer und differenzierter Loser Tee, mehrere Aufgüsse
Broken Gebrochene oder zerkleinerte Blätter Kräftig, dunkel und schnell extrahiert Frühstückstee, Milchtee
Fannings Kleine Blattteilchen aus der Siebung Schnell, aromatisch und farbintensiv Teebeutel
Dust Sehr feine Blattpartikel Besonders schnell und kräftig Starke Beutelaufgüsse, Gastronomie

Blatt-Tee

Ganze Blätter brauchen meist etwas länger, bis sie sich vollständig öffnen und ihre Inhaltsstoffe abgeben. Dafür kann der Aufguss feiner wirken und bei guter Qualität mehrere Aufgüsse erlauben. Das passt etwa zu einem aromatischen Darjeeling oder einem sorgfältig verarbeiteten Assam.

Broken

Broken bezeichnet gebrochene Blätter, die nicht zwingend durch schlechte Behandlung entstehen. Die Bruchstücke geben ihr Aroma schneller ab und ergeben oft einen kräftigen, dunkleren Aufguss. Bei zu langer Ziehzeit kippt dieser Vorteil allerdings schnell in Bitterkeit.

Fannings und Dust

Fannings sind kleine Teilchen, Dust ist die feinste übliche Siebung. Beide Sortierungen passen gut in einen Teebeutel, weil sie auf engem Raum eine große Kontaktfläche mit dem Wasser bilden. Das erklärt, warum ein Beuteltee schon nach zwei bis drei Minuten deutlich Farbe entwickelt.

„Dust“ bedeutet dabei nicht, dass jemand buchstäblichen Staub in die Mischung kehrt. Gemeint sind sehr fein gebrochene Teeblattreste. Ich würde einen Dust-Tee nicht pauschal abwerten, sondern auf Herkunft, Frische und Geschmack achten.

So lassen sich Kürzel wie OP und BOP lesen

Die Abkürzungen stammen überwiegend aus der traditionellen Sortierung schwarzer Tees. Sie wirken kompliziert, folgen aber einem erkennbaren Muster. B steht meist für „Broken“, also gebrochenes Blatt, während F oft „Flowery“ oder „Fannings“ bedeuten kann. Entscheidend ist deshalb immer der gesamte Begriff.

Kürzel Bedeutung Praktische Einordnung
OP Orange Pekoe Größeres Blatt, meist ohne Aussage über Orangengeschmack
FOP Flowery Orange Pekoe Längeres Blatt mit einem gewissen Anteil an Blattspitzen
FTGFOP Finest Tippy Golden Flowery Orange Pekoe Viele feine Blattspitzen und traditionell höher eingestuft
BOP Broken Orange Pekoe Gebrochenes Blatt für einen kräftigen, schnellen Aufguss
BOPF Broken Orange Pekoe Fannings Feine Broken-Sortierung, häufig für Teebeutel
PD oder D Pekoe Dust oder Dust Sehr feine Sortierung mit besonders schneller Extraktion

Ein häufiger Fehler ist die Annahme, Orange Pekoe beschreibe eine aromatisierte Teesorte. Das „Orange“ bezieht sich traditionell auf das niederländische Königshaus beziehungsweise auf eine historische Bezeichnung, nicht auf Orangenfrüchte.

Zusätze wie „Golden“, „Tippy“ oder „Flowery“ weisen auf goldene Blattspitzen, junge Knospen oder blütenähnliche Eigenschaften hin. Eine Endziffer wie die 1 kann eine feinere Stufe innerhalb eines Handelssystems markieren. Diese Angaben sind jedoch nicht weltweit einheitlich normiert, weshalb ich sie immer zusammen mit Herkunft und Ernteangabe lese.

Welche Sortierung zu welcher Teesorte passt

Die richtige Wahl hängt davon ab, wie ich meinen Tee trinken möchte. Für einen ruhigen Nachmittag mit feinen Aromen greife ich eher zu losem Blatt-Tee. Für den schnellen Becher am Morgen ist ein kräftiger Broken-Tee oder ein Beutel mit Fannings oft die praktischere Lösung.

Darjeeling

Darjeeling wird häufig mit Blattgraden wie OP, FOP oder FTGFOP angeboten. Größere Blätter können die blumigen und leicht muskatartigen Noten langsamer entfalten. Bei Broken-Sortierungen entsteht dagegen schneller ein kräftigerer Aufguss, der weniger Geduld verlangt.

Assam

Assam bringt oft malzige, kräftige und dunkle Noten mit. Ein BOP oder CTC-Tee passt gut zum Frühstück und verträgt je nach Mischung Milch. Ein hochwertiger Blatt-Tee kann subtiler wirken, ist aber nicht automatisch die bessere Wahl, wenn ich gezielt einen robusten Frühstückstee möchte.

Ceylon und afrikanische Schwarztees

Viele Ceylon- und afrikanische Tees werden als Broken, Fannings oder Dust angeboten. Sie färben schnell und liefern einen klaren, kräftigen Geschmack. Gerade für Eistee, Chai oder eine Mischung mit Zitrone sind diese Sortierungen oft sinnvoll, weil sich ihr Charakter auch mit weiteren Zutaten behauptet.

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Grüner, weißer und Oolong-Tee

Bei grünem, weißem und Oolong-Tee stehen meist andere Qualitätsbegriffe im Vordergrund, etwa Pflückstandard, Herkunft, Kultivar oder Verarbeitungsart. Die Einteilung in OP, BOP und Dust ist vor allem bei schwarzem Tee verbreitet. Ein zusammengerollter Gunpowder oder ein gerösteter Oolong lässt sich daher nicht sinnvoll nach derselben Skala beurteilen.

Blattgröße ist keine automatische Qualitätsgarantie

Große Blätter sehen in der Kanne eindrucksvoll aus, doch die Optik kann täuschen. Qualität entsteht durch Anbauhöhe, Klima, Erntezeitpunkt, Pflückstandard, Verarbeitung und Lagerung. Ein großer, überlagerter Tee schmeckt flach, während ein frischer Broken-Tee aus guter Ernte sehr lebendig sein kann.

Auch die Begriffe „finest“, „special“ oder mehrere Buchstaben hintereinander sollten mich nicht allein zum Kauf bewegen. Viele Bezeichnungen stammen aus regionalen Handelssystemen und werden unterschiedlich verwendet. Ich vergleiche deshalb lieber Tees innerhalb derselben Herkunft und Saison, statt ein Kürzel aus Darjeeling direkt mit einem Kürzel aus Kenia gleichzusetzen.

Für die Praxis hilft eine einfache Kontrolle. Riecht das trockene Blatt frisch und klar, sind die Partikel frei von muffigen oder feuchten Noten und nennt die Packung Herkunft sowie Ernte oder Abpackdatum, spricht das für mehr Transparenz. Ein luftdicht verschlossener Behälter, wenig Licht und ein trockener Standort schützen das Aroma besser als jede besonders prestigeträchtige Abkürzung.

Ziehzeit und Dosierung an den Blattgrad anpassen

Die Blattgröße entscheidet mit darüber, wie schnell der Tee extrahiert. Als Ausgangspunkt reichen für losen Schwarztee etwa 2 bis 3 Gramm auf 250 Milliliter Wasser. Blatt-Tee darf häufig drei bis fünf Minuten ziehen, Broken eher zwei bis vier Minuten, während Fannings und Dust oft schon nach zwei bis drei Minuten kräftig genug sind.

Diese Werte sind keine starren Regeln. Assam-CTC mit Milch darf deutlich kräftiger ausfallen als ein heller Darjeeling, und ein empfindlicher grüner Tee verlangt meist niedrigere Temperaturen als schwarzer Tee. Ich verkürze bei einem bitteren Aufguss zuerst die Ziehzeit, bevor ich die Teemenge reduziere.

  • Blatt-Tee mit ausreichend Platz zum Entfalten aufgießen.
  • Broken-Tee nach kurzer Ziehzeit probieren und bei Bedarf verlängern.
  • Fannings und Dust nicht zu lange im Wasser lassen.
  • Für feine Blatt-Tees ein möglichst großes Sieb verwenden, damit die Blätter aufgehen können.
  • Bei Teebeuteln auf genügend Bewegungsraum achten, da ein eng gepresster Beutel die Extraktion ungleichmäßig macht.

Wer einen zweiten Aufguss plant, hat mit ganzen Blättern die besseren Chancen. Fannings und Dust sind auf einen schnellen, vollständigen Aufguss ausgelegt und verlieren danach meist deutlich an Kraft.

Meine einfache Kaufregel für die nächste Tasse

Ich nutze Blattgrade als Orientierung für Tempo, Stärke und Zubereitungsart, nicht als Rangliste von „gut“ bis „schlecht“. Für feine Aromen und mehrere Aufgüsse wähle ich einen gut beschriebenen Blatt-Tee. Für einen kräftigen Frühstücksbecher oder Chai sind Broken, Fannings und CTC oft die passendere Entscheidung.

Am Ende zählt, ob Herkunft, Frische, Duft und Aufguss zusammenpassen. Wer diese vier Punkte prüft, muss sich von langen Kürzeln nicht einschüchtern lassen und findet deutlich schneller die Teesorte, die tatsächlich zum eigenen Geschmack und zur eigenen Zubereitungsroutine passt.

Häufig gestellte Fragen

Blattgrade beschreiben vor allem Größe, Form und Verarbeitung der getrockneten Teeblätter. Sie sind keine alleinige Qualitätsnote, sondern geben Hinweise darauf, wie schnell der Tee extrahiert und wie er sich in der Tasse verhält.
Blatt-Tee besteht aus ganzen oder nahezu ganzen Blättern und zieht meist langsamer und feiner. Broken ergibt einen kräftigen, dunklen Aufguss, während Fannings und Dust wegen ihrer größeren Oberfläche besonders schnell Farbe und Aroma abgeben und sich gut für Teebeutel eignen.
OP steht für Orange Pekoe und bezeichnet meist ein größeres Blatt, BOP für Broken Orange Pekoe und damit gebrochenes Blatt. FTGFOP steht für Finest Tippy Golden Flowery Orange Pekoe und weist traditionell auf viele feine Blattspitzen hin. Die Kürzel sind jedoch nicht weltweit einheitlich normiert.
Als Ausgangspunkt eignen sich 2 bis 3 Gramm loser Schwarztee auf 250 Milliliter Wasser. Blatt-Tee darf häufig drei bis fünf Minuten ziehen, Broken etwa zwei bis vier Minuten und Fannings oder Dust oft nur zwei bis drei Minuten. Bei einem bitteren Aufguss sollte zuerst die Ziehzeit verkürzt werden.
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Autor Antonie Jürgens
Antonie Jürgens
Mein Name ist Antonie Jürgens und seit nunmehr 8 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Welt des Tees, erfrischenden Getränken und der Kunst der Mixologie. Was als persönliche Neugier begann, hat sich zu einer tiefen Leidenschaft entwickelt, die ich gerne mit Ihnen auf comebuypotsdam.de teile. Es fasziniert mich, die feinen Nuancen verschiedener Teesorten zu erkunden, die Geheimnisse hinter perfekten Erfrischungen zu lüften und die Kreativität in der Mixologie zu entdecken. Mein Ziel ist es, Ihnen fundierte Einblicke zu geben, komplexe Themen verständlich aufzubereiten und Ihnen dabei zu helfen, die Informationen zu finden, die Sie für Ihre eigenen Entdeckungen benötigen. Ich lege Wert darauf, stets aktuelle und verlässliche Inhalte zu liefern, die Ihnen Freude bereiten und Ihr Wissen erweitern.
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