Cold Brew Matcha selber machen - so gelingt er im Shaker

Käte Kraft .

9. Mai 2026

Ein Glas erfrischender cold brew matcha steht auf einem Marmorsubstrat.

Ein heißer Tee ist nicht die einzige Möglichkeit, Matcha zuzubereiten. Beim cold brew matcha entsteht mit kaltem Wasser ein kühles, frisches Getränk mit milderem Mundgefühl, wenn Pulvermenge, Wasserqualität und das Aufschäumen stimmen. Hier zeige ich, welches Verhältnis zuverlässig funktioniert, warum ein Shaker praktischer ist als ein Schneebesen und welche Fehler den Geschmack unnötig bitter machen.

Mit diesen Grundregeln gelingt kalter Matcha besonders zuverlässig

  • 1 bis 2 g Matcha auf 150 bis 250 ml kaltes Wasser verwenden.
  • Das Pulver zuerst mit wenig Wasser anrühren oder direkt in einem verschließbaren Shaker vermischen.
  • Kaltes Wasser betont frische und grasige Noten, löst das Pulver aber langsamer und weniger vollständig als warmes Wasser.
  • Für ein ausgewogenes Ergebnis eignet sich weiches, neutrales Wasser besser als stark mineralisiertes Leitungswasser.
  • Das fertige Getränk am besten sofort oder innerhalb weniger Stunden trinken und gekühlt aufbewahren.

Warum Matcha im kalten Wasser anders wirkt

Matcha ist fein gemahlener Grüntee. Anders als bei aufgegossenem Tee trinkt man nicht nur das Wasser, sondern das gesamte Teeblatt in Pulverform. Deshalb muss kalter Matcha nicht stundenlang ziehen, damit überhaupt Geschmack entsteht. Entscheidend ist, das Pulver gleichmäßig im Wasser zu verteilen.

Die kalte Zubereitung schmeckt meist sanfter, weniger adstringierend und erfrischender. Adstringenz bezeichnet dieses leicht pelzige, zusammenziehende Gefühl im Mund. Gleichzeitig treten je nach Sorte grasige, süßliche oder leicht herbe Noten hervor. Eine kräftige Bitterkeit entsteht häufig nicht durch die Kälte, sondern durch zu viel Pulver, altes Matcha-Pulver oder ungeeignetes Wasser.

Ich finde die Methode besonders praktisch für den Sommer und für unterwegs. Wer jedoch ein tiefes, cremiges Umami-Aroma erwartet, wird mit einer warmen Zubereitung oft zufriedener sein. Kaltes Wasser macht Matcha nicht automatisch besser, sondern verschiebt nur seinen Charakter.

Die zuverlässige Zubereitung im Shaker

Für ein Glas benötigst du 1 g Matcha, etwa 150 bis 200 ml kaltes Wasser und nach Wunsch Eiswürfel. Für ein kräftigeres Getränk kannst du die Menge auf 1,5 bis 2 g erhöhen. Eine Küchenwaage ist hilfreich, aber ein gestrichener halber Teelöffel entspricht ungefähr 1 g, abhängig von Pulver und Löffel.

  1. Matcha sieben. Gib das Pulver durch ein feines Sieb in einen Shaker oder ein Glas. So verringerst du Klümpchen, die sich im kalten Wasser besonders hartnäckig halten.
  2. Wasser hinzufügen. Starte mit 30 bis 50 ml kaltem Wasser. Diese kleine Menge erleichtert das Vermischen.
  3. Kräftig schütteln. Verschließe den Shaker und schüttle ihn 15 bis 20 Sekunden. Alternativ kannst du einen elektrischen Milchaufschäumer verwenden.
  4. Aufgießen. Fülle das Getränk mit dem restlichen Wasser auf und schüttle nochmals kurz.
  5. Auf Eis servieren. Eiswürfel kommen am besten erst zum Schluss hinein, damit das Getränk nicht unnötig verwässert.

Ein Bambusbesen, der sogenannte Chasen, funktioniert ebenfalls, ist mit eiskaltem Wasser aber weniger bequem. Ich greife hier lieber zum Shaker, weil sich damit ein gleichmäßiger Schaum bildet und keine empfindlichen Borsten im Eis anstoßen.

Direkt im Glas oder mit einer kleinen Vormischung

Wenn es schnell gehen muss, kannst du Matcha auch direkt in eine Flasche geben und mit der gesamten Wassermenge schütteln. Die Vormischung mit wenig Wasser liefert jedoch meistens ein glatteres Ergebnis, besonders bei hochwertigem, sehr fein gemahlenem Pulver.

Ein Glas mit Schraubdeckel ist eine gute Alternative zum Shaker. Verwende nur Behälter, die wirklich dicht schließen, und fülle sie nicht randvoll. Etwas Luft im Gefäß hilft beim Aufschäumen.

Das richtige Verhältnis von Pulver, Wasser und Eis

Die passende Dosierung hängt davon ab, ob du den Matcha pur trinken oder mit Milch, Saft oder Sirup kombinieren möchtest. Die folgende Orientierung funktioniert für den Alltag gut.

Getränk Matcha Flüssigkeit Ergebnis
Leichter Matcha 1 g 200 bis 250 ml Wasser Frisch und mild
Kräftiger Eistee 1,5 g 180 bis 220 ml Wasser Deutlich grün und aromatisch
Matcha Latte kalt 2 g 80 ml Wasser plus 150 ml Milch Cremig und intensiv
Konzentrat für Cocktails 2 g 50 bis 70 ml Wasser Kräftig und gut kombinierbar

Bei viel Eis sollte das Grundgetränk etwas konzentrierter sein. Sonst schmeckt der erste Schluck angenehm und der letzte nur noch nach Wasser. Für einen 500-ml-Becher reichen meist 2 bis 3 g Matcha, wenn zusätzlich Eis und Milch verwendet werden.

Auch die Wassertemperatur beeinflusst das Ergebnis. Kühlschrankkaltes Wasser um 5 bis 10 °C wirkt besonders erfrischend, während Wasser mit etwa 15 bis 20 °C das Pulver etwas leichter verteilt. Sehr kaltes Wasser ist kein Problem, verlangt aber kräftigeres Schütteln.

Welches Wasser passt am besten

Matcha reagiert empfindlich auf stark mineralisiertes oder sehr hartes Wasser. Es kann die feinen süßlichen Noten überdecken und den Tee flacher wirken lassen. In Potsdam und Umgebung lohnt es sich, bei hartem Leitungswasser einmal gefiltertes Wasser zu testen.

Am besten eignet sich stilles Wasser mit neutralem Geschmack. Kohlensäure kann später interessant sein, sollte aber erst nach dem Vermischen hinzugefügt werden. Direkt im Shaker sorgt sie für Druck und eine unangenehme Überraschung beim Öffnen.

Welche Fehler den Geschmack ruinieren

Der häufigste Fehler ist eine zu hohe Dosierung. Mehr Pulver bedeutet nicht automatisch mehr Qualität. Gerade bei günstigem oder stark herbem Matcha führt eine große Menge schnell zu Bitterkeit und trockenem Nachgeschmack.

  • Klumpen im Glas: Pulver sieben und zunächst mit wenig Wasser vermischen.
  • Zu bitter: Matcha reduzieren, ein frischeres Pulver testen oder etwas mehr Wasser verwenden.
  • Zu dünn: Weniger Eis nehmen oder das Getränk mit 0,5 g zusätzlichem Matcha verstärken.
  • Sandiges Mundgefühl: kräftiger schütteln und das Pulver vor dem Aufgießen besser auflösen.
  • Flaches Aroma: Wasser mit neutralerem Geschmack verwenden und das Pulver luftdicht lagern.
  • Stumpfes Grün: Licht, Wärme und Sauerstoff vermeiden, weil sie die Qualität schnell beeinträchtigen können.

Der Begriff „cold brew“ verleitet außerdem dazu, Matcha über Nacht im Kühlschrank stehen zu lassen. Das ist nicht grundsätzlich falsch, aber bei Pulver kaum nötig. Nach einigen Minuten Ruhe verteilt sich das Aroma zwar weiter, eine lange Ziehzeit ersetzt das Schütteln nicht. Für ein sauberes Ergebnis zählt die mechanische Vermischung mehr als die Geduld.

Warum die Sorte einen Unterschied macht

Für kalte Getränke mag ich einen Matcha mit mildem Umami und leichter Süße. Sehr edle, zarte Sorten können durch Eis und Milch an Ausdruck verlieren, während ein kräftiger Alltags-Matcha in einem Latte oft besser zur Geltung kommt.

Achte beim Kauf auf eine leuchtend grüne Farbe, eine feine Textur und eine Verpackung, die nach dem Öffnen wieder gut verschlossen werden kann. Das Mindesthaltbarkeitsdatum allein sagt wenig über den Geschmack aus. Geöffneter Matcha sollte möglichst innerhalb von 4 bis 8 Wochen aufgebraucht und kühl, trocken sowie lichtgeschützt gelagert werden.

Variationen für Sommer und Alltag

Die neutrale Basis lässt sich leicht verändern, ohne den Tee zu überdecken. Für einen erfrischenden Klassiker mische ich Matcha mit Wasser, Eis und einem kleinen Spritzer Zitrone. Die Säure bringt Helligkeit ins Getränk, sollte aber sparsam dosiert werden, damit die pflanzlichen Noten nicht verschwinden.

Kalter Matcha Latte

Verrühre 2 g Matcha mit 60 bis 80 ml Wasser und gieße anschließend 150 bis 200 ml kalte Milch oder einen Pflanzendrink dazu. Haferdrink macht das Getränk süßer und runder, während ungesüßte Sojamilch mehr Körper liefert. Bei Mandel- oder Kokosdrinks bleibt der Matcha meist stärker im Vordergrund.

Matcha mit Zitrusfrüchten

Für eine leichte Sommermischung passen 1 g Matcha, 180 ml Wasser, Eis und 20 bis 30 ml Zitronen- oder Orangensaft. Süße nur bei Bedarf mit 5 bis 10 ml Sirup oder etwas Honig. Honig löst sich in kalter Flüssigkeit schlecht, deshalb solltest du ihn vorher mit einem Schluck lauwarmem Wasser verrühren.

Spritzige Variante

Bereite zunächst ein konzentriertes Getränk aus 1,5 bis 2 g Matcha und 60 ml Wasser zu. Fülle es im Glas mit Eis und 100 bis 150 ml Mineralwasser auf. Das Ergebnis erinnert eher an eine grüne Schorle als an Tee und passt gut zu einem leichten Mittagessen.

Bei allen Varianten gilt für mich dieselbe Regel: Erst den Geschmack des Matcha kennenlernen, dann süßen. Sirup kann kleine Qualitätsmängel kaschieren, macht aus einem bitteren Grundgetränk aber selten ein wirklich gutes.

So bleibt das Getränk frisch und bekömmlich

Kalter Matcha sollte nach dem Mischen möglichst bald getrunken werden. Wenn du ihn vorbereiten möchtest, bewahre ihn in einer sauberen, verschlossenen Flasche im Kühlschrank auf und verbrauche ihn idealerweise am selben Tag. Vor dem Trinken noch einmal schütteln, weil sich das Pulver am Boden absetzt.

Matcha enthält Koffein. Die genaue Menge schwankt je nach Sorte und Dosierung, bei 1 g sind grob 20 bis 35 mg Koffein eine realistische Orientierung. Wer empfindlich reagiert, sollte den Drink nicht spät am Abend trinken und bei mehreren Portionen am Tag die Gesamtmenge im Blick behalten.

Für Kinder, Schwangere oder Menschen mit besonderer Koffeinempfindlichkeit gelten individuelle Empfehlungen. In solchen Fällen ist eine kleinere Portion sinnvoll, bei medizinischen Fragen sollte die persönliche Verträglichkeit mit einer Fachperson geklärt werden.

Die beste Startformel für dein erstes Glas

Wenn du ohne viel Experimentieren beginnen möchtest, nimm 1 g Matcha, 200 ml stilles kaltes Wasser und drei bis vier Eiswürfel. Siebe das Pulver, schüttle es zuerst mit 40 ml Wasser und fülle anschließend auf. Nach dem ersten Glas kannst du gezielt nur eine Stellschraube ändern, etwa mehr Pulver für Intensität oder weniger Eis für ein dichteres Aroma.

Genau darin liegt der Reiz der kalten Zubereitung. Sie ist schnell, braucht kaum Zubehör und lässt sich sehr präzise an den eigenen Geschmack anpassen. Mit gutem Wasser, frischem Pulver und kräftigem Schütteln wird aus wenigen Zutaten ein klarer, moderner Grüntee-Drink, der auch ohne viel Süße überzeugt.

Häufig gestellte Fragen

Für ein mildes Getränk reichen 1 g Matcha auf 200 bis 250 ml Wasser. Für einen kräftigeren Eistee sind 1,5 g auf 180 bis 220 ml geeignet, während ein kalter Matcha Latte etwa 2 g benötigt.
Ein Shaker verteilt das Pulver in kaltem Wasser besonders praktisch und erzeugt einen gleichmäßigen Schaum. Schüttle Matcha zunächst mit 30 bis 50 ml Wasser für 15 bis 20 Sekunden und fülle anschließend die restliche Flüssigkeit auf.
Am besten funktioniert stilles Wasser mit neutralem Geschmack. Stark mineralisiertes oder hartes Leitungswasser kann süßliche Noten überdecken. Bei hartem Wasser lohnt sich ein Versuch mit gefiltertem Wasser.
Siebe das Pulver vor der Zubereitung und vermische es zuerst mit wenig Wasser. Zu viel Matcha, altes Pulver und ungeeignetes Wasser fördern Bitterkeit. Bei einem zu dünnen Getränk kannst du weniger Eis verwenden oder 0,5 g Matcha ergänzen.
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Autor Käte Kraft
Käte Kraft
Mein Name ist Käte Kraft und seit 7 Jahren tauche ich tief in die Welt der Tee-Kultur, erfrischender Getränke und der Mixologie ein. Diese Leidenschaft hat mich dazu gebracht, mich intensiv mit den feinen Nuancen von Blatt-Tees, der Kunst, belebende Erfrischungen zu kreieren, und den Geheimnissen hinter faszinierenden Cocktails zu beschäftigen. Auf comebuy Potsdam teile ich mein Wissen und meine Entdeckungen, um auch Ihnen die Freude an diesen Themen näherzubringen. Ich lege Wert darauf, komplexe Sachverhalte verständlich zu erklären und Ihnen fundierte, aktuelle Informationen zu liefern, die Sie direkt anwenden können.
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