Eine leuchtend blaue Tasse Tee sieht spektakulär aus, lässt sich aber erstaunlich unkompliziert zubereiten. Ich zeige, wie aus getrockneten Schmetterlingserbsenblüten ein aromatischer Kräutertee wird, welche Wassertemperatur und Ziehzeit sinnvoll sind und warum sich die Farbe mit Zitrone plötzlich verändert. Dazu kommen einfache Varianten für Eistee, Mocktails und eine sichere Einschätzung zu Menge und Genuss.
Mit wenigen Blüten gelingt ein aromatischer Farbwechsel im Glas
- Dosierung: 5 bis 8 getrocknete Blüten auf 250 ml Wasser
- Wassertemperatur: etwa 90 bis 95 °C
- Ziehzeit: 5 bis 10 Minuten, je nach gewünschter Farbintensität
- Geschmack: mild, leicht erdig und dezent floral
- Farbwechsel: Zitronen- oder Limettensaft färbt den Aufguss violett bis pink

Was Anchan-Tee so besonders macht
Anchan-Tee wird aus den Blüten der Clitoria ternatea gewonnen, die auch als Schmetterlingserbse oder Butterfly Pea Flower bekannt ist. Der Aufguss ist von Natur aus koffeinfrei und entwickelt je nach Menge eine hellblaue bis tief indigoblaue Farbe.
Geschmacklich bleibt der Tee eher zurückhaltend. Ich empfinde ihn als mild, leicht pflanzlich und manchmal dezent erdig. Seine größte Stärke liegt deshalb weniger in einem kräftigen Teearoma als in der außergewöhnlichen Farbe und seiner guten Kombinierbarkeit mit Honig, Zitrusfrüchten und Kräutern.
Für eine gute Tasse brauche ich keine große Menge. Entscheidend sind frische, sauber getrocknete Blüten in Lebensmittelqualität und möglichst weiches Wasser. Stark aromatisiertes oder sehr hartes Leitungswasser kann den feinen Geschmack überdecken.
Die passende Zubereitung Schritt für Schritt
Für eine einzelne Tasse mit 250 ml Wasser reichen meist 5 bis 8 getrocknete Blüten. Wer einen intensiveren Aufguss für Eiswürfel, Cocktails oder eine Karaffe herstellen möchte, kann die Menge auf 10 bis 15 Blüten erhöhen.
- Wasser auf etwa 90 bis 95 °C erhitzen. Es muss nicht sprudelnd kochen.
- Die Blüten in eine Tasse, ein Teesieb oder eine kleine Glaskanne geben.
- Mit dem heißen Wasser übergießen und 5 bis 10 Minuten ziehen lassen.
- Die Blüten entfernen und den Tee pur trinken oder nach Wunsch verfeinern.
Nach ungefähr fünf Minuten ist der Aufguss meist angenehm mild und blau. Für eine besonders kräftige Farbe lasse ich ihn eher 7 bis 10 Minuten stehen. Längeres Ziehen macht ihn nicht automatisch besser, sondern kann die pflanzliche Note verstärken.
| Gewünschtes Ergebnis | Blütenmenge | Ziehzeit |
|---|---|---|
| Leichter Trinktee | 5 Blüten | 5 Minuten |
| Kräftig blauer Tee | 7 bis 8 Blüten | 7 bis 10 Minuten |
| Konzentrat für Eistee oder Mocktails | 10 bis 15 Blüten | 10 Minuten |
Heiß, kalt oder mit Zitrusfrüchten
Die klassische warme Tasse
Pur zeigt sich der Tee am klarsten. Ich gebe höchstens etwas Honig dazu, sobald der Aufguss leicht abgekühlt ist. So bleibt der Geschmack weich und der Honig lässt sich gut verteilen.
Erfrischender Anchan-Eistee
Für Eistee bereite ich zunächst ein Konzentrat aus 10 bis 12 Blüten und 250 ml heißem Wasser zu. Nach 8 bis 10 Minuten entferne ich die Blüten, süße bei Bedarf und gieße den Tee mit 250 bis 350 ml kaltem Wasser und Eiswürfeln auf.
Limette, Zitrone oder ein Schuss Maracujasaft bringen nicht nur Säure, sondern auch einen sichtbaren Effekt. Die blauen Farbstoffe reagieren auf den niedrigeren pH-Wert und verschieben den Farbton in Richtung Violett oder Pink. Ich gebe den Saft gern erst im Glas dazu, weil sich der Farbwechsel dann besonders schön beobachten lässt.
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Sanfter Kaltaufguss
Für einen Cold Brew kommen etwa 8 Blüten auf 500 ml kaltes Wasser. Die Mischung zieht abgedeckt 6 bis 8 Stunden im Kühlschrank. Das Ergebnis ist milder als beim heißen Aufguss und eignet sich gut, wenn der Tee möglichst weich und wenig pflanzlich schmecken soll.
Welche Zutaten wirklich gut dazu passen
Anchan-Tee braucht nicht viele Begleiter. Besonders stimmig finde ich Kombinationen, die entweder Frische oder ein klares Aroma hinzufügen.
- Zitrone oder Limette sorgen für Säure und den violett-pinken Farbwechsel.
- Honig oder Zuckersirup runden den milden Geschmack ab, vor allem bei Eistee.
- Minze macht den Aufguss frischer und passt gut zu sommerlichen Getränken.
- Ingwer bringt Schärfe und mehr Tiefe in die Tasse.
- Orangenschale ergänzt eine warme, fruchtige Note, ohne die Farbe sofort stark zu verändern.
Für einen einfachen Mocktail mische ich 100 ml kräftigen Anchan-Aufguss mit 100 ml Tonic Water, Eis und etwas Limettensaft. Das funktioniert besser als eine überladene Zutatenliste, weil Farbe und Säure im Mittelpunkt bleiben.
Typische Fehler bei der Zubereitung
Der häufigste Fehler ist eine zu geringe Dosierung. Zwei oder drei Blüten färben eine große Tasse oft nur blass. Das ist nicht falsch, wirkt aber enttäuschend, wenn man einen tiefblauen Aufguss erwartet.
Auch kochendes Wasser ist nicht grundsätzlich ungeeignet, kann aber den Geschmack etwas rauer wirken lassen. Mit 90 bis 95 °C erhalte ich meist die beste Balance zwischen Farbe, Klarheit und mildem Aroma.
Ein weiterer Irrtum betrifft die Säure. Zitronensaft macht den Tee nicht „besser“, sondern verändert vor allem seine Farbe und bringt Frische. Wer den ursprünglichen Blauton behalten möchte, sollte Zitrus erst separat im Glas testen.
Schließlich sollte man die Blüten nicht stundenlang bei Raumtemperatur im fertigen Getränk liegen lassen. Für Eistee stelle ich den Aufguss nach dem Abkühlen in den Kühlschrank und verbrauche ihn am besten innerhalb von 24 Stunden.
Genuss und Sicherheit realistisch einschätzen
Der Aufguss wird häufig als Wellness- oder Detox-Getränk beworben. Dafür gibt es jedoch keinen Grund, ihn als Heilmittel zu betrachten. Ich trinke ihn wegen des milden Geschmacks und der schönen Farbe, nicht als Ersatz für eine ausgewogene Ernährung oder eine medizinische Behandlung.
Für den normalen Teegenuss sollten ausschließlich Blüten in Lebensmittelqualität verwendet werden. Pulver, hoch konzentrierte Extrakte und Kapseln sind nicht automatisch mit einer Tasse Tee gleichzusetzen. Zu konzentrierten Produkten sind die Erfahrungen und Sicherheitsdaten deutlich begrenzter, wie auch Healthline bei der Einordnung von Blue Tea hervorhebt.
Wer schwanger ist, stillt, regelmäßig Medikamente einnimmt oder empfindlich auf neue Kräuter reagiert, klärt den Genuss besser vorher ärztlich ab. Bei einer gewöhnlichen Tasse ist Zurückhaltung sinnvoll, wenn der Körper ungewöhnlich reagiert. Das gilt besonders dann, wenn aus dem Tee ein starkes Konzentrat gemacht wurde.
Meine einfache Routine für eine gelungene Tasse
Für den Einstieg empfehle ich 6 getrocknete Blüten auf 250 ml Wasser, 90 bis 95 °C und sieben Minuten Ziehzeit. So entsteht ein deutlich blauer, aber noch milder Tee, der pur angenehm bleibt und sich problemlos mit Honig oder einem Spritzer Limette verfeinern lässt.
Wer den Farbwechsel ausprobieren möchte, gießt den Tee zunächst blau in ein Glas und fügt die Säure erst danach hinzu. Genau dieser kleine Moment macht für mich den Reiz aus: Die Zubereitung ist unkompliziert, das Ergebnis sieht besonders aus und man kann Geschmack, Süße und Farbe ganz nach dem eigenen Gefühl steuern.